Auch die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ging zurück

Ausbildungsmarkt 2025 durch deutlichen Rückgang des Angebots gekennzeichnet

Nach moderaten Zuwächsen bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in den Jahren nach Ausbruch der Corona-Pandemie (2021: + 1,2 %, 2022: + 0,4 %, 2023: + 3,0 %) und einer weitgehenden Stagnation im Jahr 2024 (- 0,6 %) kam es 2025 zu einem spürbaren Rückgang.  Der Rückgang ist auf die betrieblichen Verträge zurückzuführen (- 12.000 bzw. – 2,5 %). Bei den öffentlich finanzierten Ausbildungsverträgen gab es einen Anstieg von rund 1.700 Verträgen (+ 12,4 %). . Mehr junge Menschen blieben bei der Ausbildungsplatzsuche erfolglos. Bundesweit wurden im Jahr 2025 rund 476.000 neue Ausbildungsverträge geschlossen – das entspricht einem Minus von 2,1 Prozent.

Auch das Angebot war im Jahr 2025 rückläufig und betrug rund 530.300 Ausbildungsplätze, was einem Rückgang von 25.300 bzw. 4,6 Prozent entspricht. Das ist der zweithöchste Rückgang seit 2009. Nur im ersten Jahr der Coronapandemie ging das Angebot noch stärker zurück. Das betriebliche Angebot (ohne überwiegend öffentlich finanzierte Ausbildungsstellen) fiel 2025 um 27.000 (- 5,0 %) niedriger aus.

Die Nachfrage nach dualer Ausbildung übertraf mit 560.300 Jugendlichen zum zweiten Mal in Folge das verfügbare Ausbildungsplatzangebot. Damit nähert sie sich zwar dem Niveau vor der Coronapandemie an, bleibt jedoch weiterhin deutlich unter dem Wert des Jahres 2019 (598.800).

Gleichzeitig blieben 2025 deutlich weniger Ausbildungsstellen unbesetzt als im Vorjahr: 54.400 Stellen blieben vakant – ein Rückgang von 21,6 Prozent im Vergleich zu den 69.400 unbesetzten Stellen 2024. Dennoch finden immer mehr Jugendliche keinen Ausbildungsplatz: Die Zahl der erfolglos suchenden Ausbildungsplatznachfragenden stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Fünftel (+ 14.000) auf 84.400. Das ist der höchste Wert seit 2010.

Damit bleibt ein erhebliches Potenzial ungenutzt. In Zeiten des zunehmenden Fachkräftebedarfs, des demografischen Wandels und der strukturellen Transformationen gilt es dieses Potenzial besser zu erschließen und den Übergang von der Schule in den Beruf für Jugendliche ohne Anschlussperspektive zu verbessern. Es sollte dabei auf zielgruppengerechte Begleitmaßnahmen gesetzt werden (z.B. speziell für Jugendliche mit Fluchthintergrund) (ERTL et al. 2025).

 

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, 10.12.2025, Alexander Christ | Caroline Neuber-Pohl | Sabrina Inez Weller, Bettina Milde | Ralf-Olaf Granath